Beth Hart Band with Special Guest +++ Kenny W...

01.07.2019

Beth Hart Band with Special Guest +++ Kenny Wayne Shepherd Band+++ RuhrCongress Bochum

Datum: 01.07.2019

Kategorie: Konzert

Veranstalter: Shooter Promotions GmbH

Konzertdetails:

Musiktheater Piano
Lütgendortmunder Straße 43 Dortmund DE-NW 44388 DE
  • Datum
    01.07.2019
  • Einlass / Beginn
    19:00 Uhr / 20:00 Uhr
  • Tickets
    VVK: 45 €
  • kaufen

Konzertinformation:

BETH HART: ‚Live At The Royal Albert Hall‘
VÖ: 30.11.2018 durch Provogue / Mascot Label Group / Rough Trade als CD, LP, DVD/BR und Digital

Am 4. Mai 2018 hält das Publikum der Royal Albert Hall für einen Moment den Atem an: die Silhouette einer Frau löst sich langsam aus den Schatten der Bühne und schnurrt mit ihrer einzigartigen rauchig-honigsüßen Stimme die ersten Zeilen von „As Long As I Have A Song“ ins Mikrofon. Das Scheinwerferlicht folgt der grammynominierten Singer-Songwriterin, die sich langsam ihren Weg durch die Gänge der ehrwürdigen Halle in London bahnt. Sie schüttelt die ausgestreckten Hände ihrer Fans, die nicht glauben können, wie ihnen gerade geschieht. Sie singt den Song fast komplett a capella.

Im Zeitalter von Autotune und Playback ist die Eröffnung eines Konzerts auf solche Art fast schon mutig. Doch Beth Hart war schon immer eine Künstlerin, die ohne Sicherheitsnetz durchs Leben balanciert und sich auf der Bühne und im Studio komplett nackt zeigt. Dieser Anspruch hat sich bei Fans, die nach „echter Musik“ verlangen, ausgezahlt. In den letzten Jahren füllte die Sängerin Hallen wie das Ryman Auditorium bis hin zum Hampton Court Palace und hatte dabei das Publikum stets in der Hand.

Ihre britischen Fans katapultierten in den letzten Jahren jedes Ihrer Alben in den Charthimmel und so überrascht es auch nicht, dass dies nicht der erste Auftritt Harts in der Royal Albert Hall war. Doch als sie schließlich im Mai die Bühne betrat, auf der seit ihrer Eröffnung 1871 schon Größen wie Cream bis zu Led Zeppelin aufgetreten waren, war sie dennoch von Ehrfurcht ergriffen. „Könnt Ihr glauben, dass wir gemeinsam an diesem Ort sind?“, jauchzt sie mit großen Augen und verwuscheltem Haar. „Unglaublich!“

Während der nächsten zwei Stunden bzw. 23 Songs flüstert und schreit Beth Hart ihre tiefsten Hoffnungen, Ängste und Geheimnisse in die Ohren ihres Publikums. Sie verwandelt das Konzert in der riesigen Halle in eine intime Clubshow. Während sie zwischen Mikrofon, Klavier, Gitarre und Bass hin und her wechselt ist das Konzert eine faszinierende Rückschau auf ihre über 25 Jahre andauernde Karriere. Dennoch reagiert sie ständig auf die sich verändernde Energie des Publikums: „Ich habe drei Monate damit verbracht, diese Setlist zu erstellen.“, erzählt sie. „Doch als ich auf der Bühne stand, änderte ich noch einmal alles.“

Tausende Interviewer haben in den letzten Jahren versucht, das faszinierende Rätsel um die Person Beth Hart zu lösen. Dabei erzählt sie alles, was man über sie wissen muss, in ihren Songs – und in den intimen, spontanen Geschichten, die sie vor jedem einzelnen erzählt.

Sie taucht nicht nur tief ins Repertoire ihres gefeierten letzten Werks „Fire On The Floor“ sowie in die gemeinsamen Alben mit Bluesrock-Titan Joe Bonamassa ein (dessen Parts hier von ihrem musikalischen Direktor und Gitarrist Jon Nichols übernommen werden). Sie stellt die Uhr auch noch einmal um zwei Jahrzehnte zurück und nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise von Soul bis Rock zu Gospel und Blues.
Wer verstehen möchte, wie Beths Geschichte begann, sollte den Zeilen von „Spirit Of God“ genauer lauschen. Aufgewachsen im Los Angeles der Siebziger Jahre war Beth Hart ein unersättlicher musikalischer Wirbelwind und verschlang alles von Billie Holiday, Ella Fitzgerald, Beethovens „Mondscheinsonate“ bis hin zum Hard Rock von Led Zeppelin und Soundgarden..
Ihre musikalische Offenbarung, erzählt sie auf ihrem Klavierhocker sitzend, hatte sie, als sie als sechsjähriges Mädchen eine schwarze Baptistenkirche betrat. „Der Priester sprang herum und schwitze, die Leute rannten den Gang auf und ab. Es fühlte sich wie mein erstes Rockkonzert an und seitdem wollte ich unbedingt ein Teil davon sein. Davon handelt dieser Song.“

In den 90er Jahren konnte man Beth Hart auf der 3rd Street Promenade in Los Angeles Downtown auf ihrer Gitarre spielen hören, wo sie auf ihren Durchbruch wartete. Dieser folgte kurze Zeit später, als sie ihr damaliger Manager David Wolf entdeckte und ihr zu einem Plattenvertrag mit Atlantic Records verhalf. Daraufhin veröffentlichte sie die Alben „Immortal“ (1996) und „Screamin‘ For My Supper“ (1999). Es war eine bittersüße Zeit für Hart, denn ihre unbehandelte bipolare Störung und ein komplexes Privatleben verhinderten den großen Erfolg, den ihre Musik verdient hätte.
Zur großen Freude ihrer langjährigen Fans weicht sie dieser schweren Phase ihres Lebens in der Royal Albert Hall jedoch nicht aus: mit dem Akustikbass leitet sie das traditionelle „Spiders In My Bed“ ein: „Damals konnte ich nicht nie schlafen. Die Manie hielt mich bis zu drei oder vier Tage wach.“

Mit dem neuen Jahrtausend kehrte auch die Hoffnung zurück: sie sagte Ihrer Abhängigkeit den Kampf an und wurde von Scott Guetzkow gerettet, den sie kurz darauf heiratete. Nach ihrer Hochzeit in Las Vegas kehrte auch der musikalische Erfolg zurück und gefeierte Alben wie „Leave The Light On“ (2003) und „37 Days After“ (2007) entstanden. Aus dieser Ära spielt Beth Hart drei ihrer positivsten Songs. Das komplette Publikum ist dabei auf den Beinen und tanzt zum countrylastigen Call-and-Response von „Lift You Up“ (2003). Das bombastische „Waterfalls“ lässt die Grundmauern des historischen Gebäudes erzittern, verstärkt durch die Rhythm Section von Bob Marinelli (Bass) und Bill Ranson (Schlagzeug). Die frühlingshafte „Good As It Gets“ ist laut Hart eine Ode an das, „was wir tun und lieben“.

Als Hart schließlich den Titeltrack des 2010 erschienenen „My California“ anstimmt, reagiert das Publikum sensibel und spendet sanften Applaus. Und noch nie hat sie mit solcher Anmut „Sister Heroine“ gesungen, mit dem sie ihrer verstorbenen Schwester Sharon gedenkt: „Sie hat nie ihren Glauben verloren.“, erzählt sie den Fans. „Ich muss davon erzählen, was für eine Heldin sie war.“
Das mitreißende „For My Friend“, im Original von Bill Withers, war ein Highlight des 2011 erschienenen gemeinsamen Cover-Albums „Don’t Explain“ mit Joe Bonamassa, das sie einem breiteren Publikum bekannt machte. Im gleichen Jahr festigte sie ihren Ruf als Muse für Topgitarristen wie Jeff Beck und Slash. Die Freundschaft mit Bonamassa bescherte uns zwei weitere gemeinsame Alben: „Seesaw“ (2013) und „Black Coffee“ (2018). Beide sind durch den Rocker „Saved“ und das sinnliche „Close To My Fire“ vertreten. Letzteres widmete Hart ihrer Mutter, die ebenfalls im Publikum saß.

Und auch Harts triumphalen Soloalben kommen nicht zu kurz: Am Klavier spielt sie den Hit „Bang Bang Boom Boom“ (2012) und pickt sich auch das ergreifende, jazzlastige „Baddest Blues“ heraus. „Als ich noch klein war, hörte meine Mutter viel von Billie Holiday – besonders wenn sie mit etwas zu kämpfen hatte.“
Auf “The Ugliest House in The Block” trifft ironischer Humor auf Selbstreflexion. Nur mit einer Akustikgitarre in der Hand erzählt sie in dem Song von einem heruntergekommenen Gebäude in Los Angeles, das als Metapher für ein zerbrechliches menschliches Wesen steht. „Eines Tages war ich traurig wegen des Hauses und auch um meiner selbst willen.“, offenbart sie. „Ich fühlte mich, als sei ich selbst dieses alte, hässliche Haus im Viertel. Also schrieb ich einen Song darüber.“

Ihr Album „Better Than Home“ repräsentiert sie mit dem rocklastigen „Trouble“ und dem kaskadenartigen Pianospiel von „Mama This One’s For You“. Den Nachfolger „Fire On The Floor“ (2016) lässt sie mit „Love Is A Lie”, “Baby Shot Me Down” und dem atemberaubenden „Picture In A Frame” einfließen.
Das Konzert endet mit dem langsam-brennenden Blues von „Caught Out In The Rain“. Hart sinkt auf die Knie und verliert sich ganz in dem Moment. Ihre Stimme geht von einem Hauchen in inniges Brüllen über, als sie Gott darum bittet: „“Don’t take my man“.

Und so endet „Live At The Royal Albert Hall”, wie es begann: mit einem leidenschaftlich intimen Moment einer Künstlerin. Es war eine emotionale Nacht, sowohl für die Sängerin selbst als auch für ihr Publikum. Als sich die gesamte Crew tief vor ihr verbeugt und Hart in den liebevollen Armen ihres Mannes von der Bühne getragen wird, dankt sie mit ihrem letzten Satz allen Anwesenden: „Wir hatten eine fantastische Zeit zusammen, Mann!“


KENNY WAYNE SHEPERD gilt als berüchtigter Verkehrsrowdy und auch in seiner musikalischen Karriere scheinen weder Bremsen noch ein Rückwärtsgang zu existieren. Stattdessen rauschen frenetischer Applaus, unzählige Awards und mit Platin ausgezeichnete Alben unscharf an ihm vorbei und sind nach kurzer Zeit nicht mehr im Rückspiegel zu sehen.
Mit seinem achten Studioalbum „Lay It On Down“ beweist der Gitarrist erneut, dass sein Fokus stets auf den Horizont gerichtet und er ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist. „Ich will mich nicht wiederholen, sondern immer etwas Neues ausprobieren. Jedes meiner Alben steht für Dinge in meinem Leben,
die in genau diesem Moment wichtig für mich waren. Wie ein neues Kapitel in einem Buch.“, sagt das Aushängeschild des modernen Blues. Und beim Blättern durch die vorangegangenen Seiten offenbaren sich einige der mitreißendsten Geschichten des Genres.
Auch „Lay It Down“ ist eine Momentaufnahme. Es gestattet dem Zuhörer nicht nur einen Einblick in Shepherds Gedankenwelt, sondern zeigt auch, welche Ereignisse und Erfahrungen ihn ins Hier und Heute geführt haben. So grüßt der musikbesessene Sohn eines lokalen Konzertveranstalters auf „Louisiana Rain“ seinen Heimatstaat.
„Dieser Song ist sehr persönlich. Egal wohin ich gehe, Louisiana wird immer mein Zuhause sein und ich werde immer wieder dorthin zurückkehren.“
Bereits in jungen Jahren hatte das Schicksal Shepherd zu Größerem bestimmt. Die inspirierende Vinylsammlung seiner Familie reichte von Blues über Country, Rock, R’n’B, Funk und Gospel. Mit nur sieben Jahren begegnete er Stevie Ray Vaughan, was sein Leben verändern sollte: nur wenige Monate später begann er, sich selbst das Gitarrenspiel beizubringen. Seine erste elektrische Gitarre wollte zwar eine Stratocaster sein, war aber nur eine billige Yamaha SE-150. Mit 16 Jahren erhielt er seinen ersten Plattenvertrag und sein Debütalbum „Ledbetter Heights“, das sich millionenfach verkaufte, gilt bis heute als Visitenkarte seines gefühlvollen Spiels und seines ehrlichen Songwritings. „Ich habe schon immer über die Erfahrungen geschrieben, die ich in meinem Leben gemacht habe.“, erzählt Shepherd und fügt hinzu: „Auf meinem ersten Album sind eine Menge Bluessongs zu hören, die von den gestörten Beziehungen während meiner Teenagerzeit handeln.“
Frühe Singles wie „Déjà Voodoo” und “Blue On Black” enterten die US-Top 10 und lösten eine regelrechte Hysterie um ihn aus. Dennoch blieb der 39-jährige bewundernswert erwachsen, wie Millionenseller wie „Trouble Is…“ (1997), „Live On“ (1999) und „The Place You’re In“ (2004) zeigen. „Ich mag diese Platten bis heute gerne. Jemand sagte mir einmal, ich solle mir niemals in etwas reinreden lassen, dessen ich mir selbst völlig sicher bin. Denn wenn ich einmal Erfolg habe, würde ich genau diese Songs für den Rest meiner Karriere spielen.“
Obwohl er bereits im Rolling Stone portraitiert wurde und bei David Letterman zu sehen war, ging Shepherd nie mit seinem Erfolg hausieren. Er verfolgte lieber konsequent weiter seine Musik, was ihm wohl mitunter die gefährliche Spirale aus Durchbruch und Burnout ersparte. „Ich lief nie herum um jedem zu erzählen, wie berühmt ich sei. Natürlich gab es auch in meiner Vergangenheit Fehlschläge, doch ich hatte das Glück, mich von Dingen lösen zu können, die mich heruntergezogen haben. Ich habe nicht das Verlangen danach, ein selbstzerstörerisches Leben zu führen. Nichts bereichert mein Leben mehr als die Liebe und Musik.“
1999 supporte er die Rolling Stones und B. B. King. Das 2007 veröffentlichte Album sowie die gleichnamige Dokumentation waren zwei Mal für den Grammy nominiert und zeigen Shepherd auf seiner Reise in den Süden der USA, auf der er mit einigen der wichtigsten Bluesgrößen zusammenarbeitet. „Es war außergewöhnlich und
sehr emotional, ihre Lebensgeschichte aus erster Hand zu hören und ihre musikalische Energie zu absorbieren.
Mit einigen Leuten wie B. B. King hatte ich schon vorher
zusammengespielt, andere lernte ich erst auf diesem Trip kennen. Wir spielten in Etta Bakers Küche. Wir nahmen Hubert Sumlin, Pinetop Perkins und die anderen mit auf Tour. Ich glaube, 17 dieser Leute sind inzwischen nicht mehr am Leben, daher ist dieses Projekt umso bedeutender für die Bluesmusik.“
Es scheint kein Zufall zu sein, dass Shepherds Erfolg eng mit der Wiederauferstehung des Blues verzahnt ist.
Fender entwarf Anfang der 2000er extra für ihn eine Signature Stratocaster und seine Alben „How I Go“ (2011) und „Goin‘ Home“ (2014) führten umgehend die Billboard Charts an. Dabei arbeitete er mit Ringo Starr, Joe Walsh,
Keb‘ Mo und Warren Haynes zusammen. „Solche Leute bringen Dich auf Ideen, auf die Du alleine niemals gekommen wärst. Ich habe Glück, alle diese Jungs meine Freunde nennen zu dürfen.“
Seit 1995 haben sich viele Dinge verändert, doch die Zusammenarbeit mit anderen Musikern zieht sich wie ein roter Faden durch Shepherds Leben. Seit vier Jahren ist er ein Teil von The Rides, der Supergroup, die er gemeinsam mit Stephen Stills und Barry Goldberg ins Leben rief, nachdem sie sich zufällig in einer Loge der Indianapolis Colts getroffen hatten. Gemeinsam veröffentlichten sie die erfolgreichen Alben „Can’t Get Enough“
(2013) sowie „Pierced Arrow“ (2016). „Wir haben alle so viel Spaß in dieser Band und ich habe so viel dazu gelernt.
Alleine dadurch, die Welt mit den Augen von Stephen zu sehen.“, schwärmt der Gitarrist.
Kenny Wayne Shepherd speichert jede seiner Ideen auf seinem Mobiltelefon ab, inzwischen finden sich hunderte darauf. Doch während des Schreibprozesses reist er immer nach Nashville, um dort mit der Crème de la Crème der Songwriter zusammen zu arbeiten. „Ich habe meine Songs schon immer hier geschrieben.“, erinnert er sich.
„Pro Kopf gerechnet gibt es in keiner Stadt der USA mehr Songwriter als hier. Nashville ist zwar berühmt für seine Countrymusic, doch hier liegen auch die Wurzeln des Blues und Rock’n’Roll. Alles geht auf diesen einen Ort zurück, das ist fantastisch.
In letzter Zeit war ich mit meiner Band und The Rides ziemlich beschäftigt. Doch wann immer sich in den letzten eineinhalb Jahren eine Lücke in meinem Terminkalender fand, reiste ich nach Nashville, um Songs für mein neues Album zu schreiben. Mit Mark Selby und Tia Sillers arbeite ich schon mein ganzes Leben lang zusammen, doch es kamen auch neue Leute wie Danny Myrick, Dylan Altman und Keith Stegall hinzu. Ebenso mein Co-Produzent
Marshall Altmann. Vor drei Jahren trafen wir uns in dieser Stadt, als ich durch die Straßen schlenderte und nach potentiellen Songwritern suchte. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und schrieben beispielsweise „Diamonds & Gold“ zusammen. Je mehr Zeit ich mit ihm verbrachte, desto mehr stellte ich mir vor, wie das Album wohl klingen würde, wenn er es produzierte.“
Im Januar 2017 ging Shepherd schließlich mit seiner Band in die Echophone Studios in Shrevport, Louisiana.
Seine Mission war mehr als ambitioniert: es sollten die großartigsten Songs seiner Karriere werden, nicht mehr, nicht weniger. „Der Schwerpunkt sollte diesmal auf den Stücken selbst liegen, jeder sollte für sich selbst stehen. Sowohl die Musik als auch die Texte.“
Das musikalische Spektrum von „Lay It Down“ wird Shepherds langjährige Fans begeistern, schlägt aber auch eine völlig neue, frische Richtung ein. „Ein paar der Songs haben richtig Eier und rocken ziemlich hart, so wie „Baby Got Gone“, „Ride Of Your Life“ und „Down For Love“. Sie beinhalten all das, was viele Leute von mir und der Band erwarten, ein aggressives, leidenschaftliches Gitarrenspiel, rockige Grooves und ähnliches Zeug. Doch ich wollte diesmal die verschiedensten Emotionen und Elemente miteinander vereinen. Ich weiß zum Beispiel nicht, mit was man „Nothing But The Night“ wirklich vergleichen kann. Es klingt anders als jeder Song, den wir je aufgenommen haben. Er ist rauchig und hat viel Vibe.“
Die Lyrics sind eloquente Schnappschüsse aus Shepherds Leben. „Das Album ist so etwas wie ein Fenster zu meiner Seele und den Beobachtungen, die ich im Laufe der Jahre gemacht habe.“, erklärt er. „‚Hard Lesson Learned‘ ist mit viel Schmerzen verbunden. Es handelt von einem Kerl, der sich über alles in diese eine Frau
verliebt hat, obwohl er weiß, dass sie ihm nicht guttut. Dennoch kehrt er immer wieder zu ihr zurück. In ‚Baby Got Gone‘ ist der Typ vernarrt in ein skurril-launisches Mädchen. Sie ist schön und es macht Spaß sie um sich zu haben, doch sie kann nie lange an ein und demselben Ort bleiben. Sie lässt sich zu nichts verpflichten und ist ein Freigeist. ‚Nothing But The Night‘ ist hingegen romantisch, denn der Protagonist will nichts mehr als einen Abend mit dieser einen Frau zu verbringen. Ihr wisst übrigens hoffentlich, dass ich lieber Songs schreibe, die Frauen glorifizieren, statt sie zu verunglimpfen. Frauen sind großartige und bewundernswerte Geschöpfe und verursachen nicht nur Probleme.“
An anderer Stelle springt „Lay It On Down“ von eskapistischer Fantasie zur harschen Realität. „Jeder Song darauf erzählt eine gute Story. Wenn Du Dich völlig darauf einlässt, nimmt Dich jeder Track mit auf eine andere Reise.“, fügt Shepherd hinzu. „‘Ride Of Your Life‘ ist hypothetisch und erzählt die witzige Geschichte eines Mannes, der mit einem Mädchen in seinem Auto vor der Polizei wegläuft. ‚Diamonds & Gold‘ ist ein Augenzwinkern an unsere materialistische Gesellschaft. Wir sollten für mehr leben als für die Dinge, die wir um uns herum anhäufen können.
Schau Dir den Mainstream an: den jungen Leuten wird weisgemacht, auf was sie hinarbeiten sollen, dabei ist das alles nur wertloses Zeug ohne Substanz. Ich hoffe, der Song inspiriert die Hörer dazu, nach mehr in ihrem Leben zu suchen.
‘Lay It Down‘ habe ich für die Leute geschrieben, die eine Last im Leben herumtragen und denken, sie wären nicht gut genug.“, erklärt Shepherd den Titeltrack. „Er handelt von jener Schönheit, die Dir bei einem Menschen sofort ins Auge sticht, die jene Person aber selbst nicht an sich sehen kann. Das ist traurig, denn es kann Deine Mutter, Tochter, Dein Sohn, Deine Frau sein. An einem bestimmten Punkt im Leben denken wir alle, nicht gut genug zu sein. Deswegen lässt sich der Titel auch auf verschiedene Arten interpretieren: die Rückschläge in seinem Leben zu akzeptieren und nicht mehr zu versuchen, die Last alleine zu tragen. Es kann aber auch eine Band sein, die für das, was sie tut, brennt und es endlich aufnimmt.“
Kenny Wayne Shepherd hat 2017 den größten kreativen Sprung seiner Karriere geschafft. Oder, um eine andere Motorsportanalogie zu verwenden: nach fünf Grammynominierungen, zahlreichen Billboard Music und Blues Foundation Awards könnte er vielleicht einmal eine Pause einlegen, doch dafür hat er immer noch zu viel Benzin im Tank. „Mein Spiel, mein Songwriting und meine Produktionen werden besser. Meine Musik ist die einzige in diesem Genre, die Dich in den Arm nimmt und Dich spüren lässt, dass es besser werden kann, je älter Du wirst.
Ich glaube, die besten Tage dieser Band liegen noch vor uns – und das nächste Album könnte ein völlig anderes sein.“

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