DANNY BRYANT

19.04.2015

DANNY BRYANT

Datum: 19.04.2015

Kategorie: Konzert

Veranstalter: 3Dog-Entertainment oHG

Konzertdetails:

Musiktheater Piano
Lütgendortmunder Straße 43 Dortmund DE-NW 44388 DE
  • Datum
    19.04.2015
  • Einlass / Beginn
    19:00 Uhr / 20:00 Uhr
  • Tickets
    VVK: 16,00 € / AK: 20,00 €

Konzertinformation:

Der britische Bluesrock-Gitarrist Danny Bryant verkörpert geradewegs das für das Vereinigte Königreich traditionelle Arbeiter-Attribut des fleißigen Malochers. Trotz ausgedehnter Livepräsenz zu jedem neuen Album bekommen Fans von erdig-schweißtreibendem Bluesrock regelmäßig neues Material serviert. Nicht einmal eineinhalb Jahre nach Veröffentlichung des Vorgängers „Hurricane“ erscheint sein neuer Longplayer „Temperature Rising“. Danny Bryant deswegen als nach Schema F im Akkord produzierenden Fließband-Bluesarbeiter abzustempeln, würde ihm allerdings ganz und gar nicht gerecht werden, denn spätestens seit dem 2007er Output „Just As I Am“ hat der Mann von Format den Meisterbrief in Sachen fulminantem als auch gefühlvollem Saitenanschlag in der Tasche. Entsprechend legt jeder neue Silberling andere Facetten des sympathischen Griffbretthexers frei.

„Temperature Rising“ ist die konsequente Fortsetzung des bereits erwähnten 2013er Werkes „Hurricane“, im Detail wurde jedoch ein wenig an den Stellschrauben gedreht. Vorrangig betrifft dies den Gitarrensound, der merklich an Intensität zugelegt hat und diesmal das Prädikat extra-kräftig-deftig verdient. „Ich wollte bei den Aufnahmen den Livecharakter stärker herausarbeiten“, erläutert Danny diese Entwicklung. „Viele Solos entstanden daher schon beim ersten und zweiten Anlauf. Das hat dazu beigetragen, die Energie unserer Live-Shows auf die Studioatmosphäre zu übertragen.“

Die verschärfte Gangart steht dem Album sehr gut zu Gesicht: Der Kickoff-Track „Best Of Me“ geht gleich mit einem pfundig-schneidenden Riff in die Vollen, das folgende „Take Me Higher“ entwickelt mit einem fulminant schleppenden Groove eine unwiderstehliche Eigendynamik und mit seinem wuchtigen Schlagzeugspiel Led Zeppelin Flair, dagegen setzt in „Mystery“ ein flotter Rock’n’Roll Vibe energisch Akzente. Aber auch bei stark gedrosseltem Rhythmustakt, wenn Leidenschaft, Sehnsucht und Sentimentalität in der Luft liegen, übernehmen die sechs Saiten eine tragende Rolle: In der mit viel Feingefühl vorgetragenen Liebeserklärung „Together Through Life“ sorgen Powerakkorde für die nötige Dramatik im Unterton, während die Melodieführung des elektrisierten Zupfwerkes im abschließenden Solo von „Guntown“ (übrigens der legitime Nachfolger der Überbluesballade „Can’t Hold On“ vom letzten Werk) pure Emotion freisetzt und den Hörer mit einer Gänsehaut zurücklässt. Schließlich kommt im Titeltrack Bryants Faible für schnörkellos-scharfkantigen Middle Of The Road Rock zu tragen. „Für mich repräsentiert dieser Titel den Inhalt dieses Albums, das eben ein wenig härter als „Hurricane“ ausgefallen ist“, erläutert der 33-jährige Gitarrist, Sänger und Songwriter die Namenswahl.

Geblieben sind das einmalige Gespür für griffige Melodien, die virtuose Saitenbehandlung und natürlich die allgegenwärtige Liebe zum Bluesschema in allen nur erdenklichen Varianten von klassisch („Razor Sharp“) über beschwingte Boogieklänge („Nothing At All“) bis hin zum Slowmotiontakt (z.B. „Time“).

Konstanz zeichnet das Entstehungsumfeld des neuen Albums aus. Wie schon der Vorgänger wurde „Temperature Rising“ in den Goodmarry Farm Studios eingespielt, die in der im englischen Südwesten gelegenen Grafschaft Cornwall beheimatet sind. Die Aufnahmesessions fanden im April dieses Jahres statt, nach etwas über zwei Wochen waren sämtliche Songs im Kasten. Die Regler des Mischpultes bediente erneut Richard Hammerton, der als Produzent wieder ganze Arbeit geleitet hat und das Album klangtechnisch mit einem transparent-voluminösen Sound in Szene setzt. Kennengelernt hat man sich bereits 2005 bei Aufnahmesessions von Dannys Mentor Walter Trout – von da an nahm alles seinen Lauf. „Es ist fantastisch mit Richard zu arbeiten“, schwärmt Danny. „Schon von dem Moment, in dem ich ihm auch nur die grobe Demoversion eines Songs vorspiele, scheint er vor seinem geistigen Auge schon den fertigen Song zu hören. Er hat immer eine klare Vorstellung und ermuntert einen Künstler auch dazu, sich selbst treu zu bleiben. Als wir uns vor zwei Jahren für die Aufnahmen zu „Hurricane“ trafen, fragte mich Richard zuallererst „Welchen Blickwinkel willst Du einnehmen? Was für ein Album willst Du machen?“. Er war genauso wenig wie ich auf ein geradliniges Allerwelts-Bluesalbum aus und wollte stattdessen sehen, ob wir ein modern produziertes Bluesrockalbum hinbekommen. Dabei sollten auch alle meine Einflüsse deutlich werden und am Ende ein Album stehen, in dem ich mich wiederspiegele. In vielerlei Hinsicht fühlten sich die jetzigen Aufnahmen wie eine Fortsetzung der damaligen Sessions an. Wir haben beim letzten Album eine Menge gelernt und von diesen Erfahrungen profitierte „Temperature Rising“.“

Eine gravierende Veränderung hat es im künstlerischen Umfeld gegeben: Dannys musikalische Karriere wurde viele Jahre von seinen Eltern tatkräftig unterstützt. Sie standen im wahrsten Sinne des Wortes voll hinter ihm: Seine Mutter kümmerte sich als Managerin um die geschäftlichen Angelegenheiten, sein Vater zupfte in der Band den Bass und war so maßgeblich an der musikalischen Umsetzung der Ideen des Filius beteiligt. Mit dem neuen Album hat sich Ken Bryant von der aktiven Musikerfront verabschiedet, wofür es eine nur zu verständliche Erklärung gibt: „Mein Vater ist jetzt siebzig und wollte daher mehr Zeit zuhause verbringen, anstatt ständig unterwegs zu sein“, offenbart der Junior. Diese Entscheidung steht wohl auch maßgeblich im Zusammenhang mit dem Stabwechsel auf der Businessseite: „Meine Frau Kirby managt die Band jetzt und alles hat wirklich prima geklappt.“ Das gute Verhältnis zueinander hat unter dem altersbedingten Rückzug natürlich nicht gelitten. „Nein, wir stehen uns als Familie nach wie vor sehr nahe. Wir leben in der gleichen Stadt und wenn nicht auf Tour bin, sehe ich meine Eltern natürlich regelmäßig.“

Mit „Temperature Rising“ ist Danny Bryant ein absolut unverwechselbarer musikalischer Fingerabdruck gelungen. Seinen Status als bemerkenswerter zeitgenössischer Bluesrockkünstler unterstrich auch letztes Jahr die unter Fans als „britische Bibel des Blues“ geltende Zeitschrift Classic Rock Blues, die ihn nicht umsonst als „nationales Blueskleinod“ bezeichnete. Kein Wunder also, dass der Gitarrenhersteller Fret King im Sommer 2013 mit dem Signature Modell Corona DBR Danny eine rundum optimal abgestimmte Klampfe für den Einsatz an vorderster Bluesfront widmete – das wichtigste Arbeitsgerät dieses wahren Blues-Arbeitstieres.

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