THE DUKE ROBILLARD BAND feat. ALEX SCHULTZ

06.12.2015

THE DUKE ROBILLARD BAND feat. ALEX SCHULTZ

Datum: 06.12.2015

Kategorie: Konzert

Veranstalter: 3Dog-Entertainment oHG

Konzertdetails:

Musiktheater Piano
Lütgendortmunder Straße 43 Dortmund DE-NW 44388 DE
  • Datum
    06.12.2015
  • Einlass / Beginn
    19:00 Uhr / 20:00 Uhr
  • Tickets
    VVK: 19,00 € / AK: 24,00 €

Konzertinformation:

„Blues ist so etwas wie ein Kult“ – Duke Robillard

(Interview mit Duke Robbilard)

Hat sich die Bluesszene in Amerika seit der Gründung von Roomful Of Blues verändert?
Sie hat sich in der Tat einigermaßen verändert und ist sehr vielfältig. Die Bands und das Publikum für Blues hat es aber immer gegeben. Nach wie vor schaffen es nur wenige Blues- oder zumindest vom Blues beeinflußte Musiker in den „big mainstream“ der populären Musik. Für den größten Teil von uns ist Blues hingegen so etwas wie ein Kult. Ich bin froh, daß ich selbst über die Jahre auf eine treue Fangemeinschaft bauen konnte.Gibt es Zyklen im Bluesbewußtsein? Sind die Neunziger in diesem Sinne ein wichtiges Jahrzehnt?Ich glaube schon, daß die Neunziger für den Blues eine bessere Zeit sind als etwa die Achtziger. Für mich persönlich waren aber vor allem die Siebziger besonders gut. In den Achtzigern machten es die elektronische Musik und Disco eine Zeit lang sehr schwer für den Blues. Erst gegen Ende des Jahrzehnts stieg das Interesse wieder. Mehr und mehr Menschen wurden der synthetischen Musik müde. Seitdem hat der Blues wieder ein relativ starkes Gefolge.

Was waren für dich die größten Unterschiede zwischen deiner Arbeit bei Roomful Of Blues und jener bei den Fabulous Thunderbirds?
Der größte Unterschied liegt darin, daß Roomful Of Blues meine eigene Band war. Ich habe sie gegründet und war der Frontmann, der Leader, während ich bei den Fabulous Thunderbirds ein Sideman war. Mit den Musikern der Fabulous Thunderbirds bin ich befreundet, und als Jimmie Vaughan aus der Band ausstieg, fragten sie mich, ob ich nicht mitmachen wollte. Sie meinten, ich sei der geeignetste Ersatz für ihn. Sie überzeugten mich, daß es den Versuch wert sei, und tatsächlich hatte ich eine Menge Spaß dabei.

Für mich bist du einer der besten Gitarristen nicht „nur“ der Bluesszene, wobei du in zahlreichen Genres zu Hause bist. Glaubst du, daß diese Vielfalt an Stilen deinem kommerziellen Erfolg manchmal im Wege gestanden ist?
Das ist durchaus möglich. Aber ein wirklicher Künstler muß zu sich selbst stehen. Ich bin mit dem frühen Rock’n’Roll aufgewachsen, ihn habe ich zuerst gespielt. Blues lernte ich von den B-Seiten von Chuck-Berry-Platten, dann kam der 40er- und 50er-R’n’B mit all den Bläsern auf mich zu. Dies wiederum weckte mein Interesse an Jazz. Letztlich sind diese Genres alle in irgendeiner Form mit dem Blues verbunden, sogar die frühe Country-Musik. Es gibt unzählige Stile, die mit dem Blues zusammenhängen, von ihm kommen und ein Teil des Blues sind. Das ist wichtig für mich und hat mein musikalisches Leben stets begleitet. Ich kann Songs in all diesen Genres schreiben, das ist Teil meiner Persönlichkeit. Ich möchte mich nicht auf einen speziellen Stil reduzieren lassen.

Für dich sind Blues und Jazz also zwei Seiten ein und derselben Münze?
Definitiv. Natürlich existieren bestimmte Typen des Jazz, die sehr verschieden sind. Es gibt zum Beispiel auch so etwas wie den Kansas City Jazz der Dreißiger und Vierziger. Das ist wohl die perfekte Kombination von Blues und Jazz. Was Leute wie Big Joe Turner, Eddie „Cleanhead“ Vinson oder Count Basie machten, gehört zum besten Blues, der je gespielt wurde. Blues muß nicht nur Country-Blues oder Chicago-Blues sein, da gibt es eine Menge unterschiedlicher Stile.

In welchem Alter hast du beschlossen, das Leben eines Bluesman zu führen?
Ich war sechs Jahre alt, als ich beschloß, meinen Lebensunterhalt als Gitarrist zu verdienen. Das war, was ich immer tun wollte, obwohl ich meine erste Gitarre erst mit ungefähr dreizehn bekam. Aber schon damals ließ mich diese Musik nicht los.

In „Duke’s Advice“ singst du „You’ve got to recognize your chances and don’t let them slip away“. Welche Chancen sind dir selbst entgangen?
(Lacht) Ich weiß nicht genau, aber da mögen schon einige solche Situationen gewesen sein. Ich habe jedenfalls immer versucht, das zu tun, was mir zum jeweiligen Zeitpunkt richtig erschien.

Wer hat dich als Gitarrist und Sänger besonders beeinflußt?
Am Anfang ohne Zweifel Chuck Berry, dann Buddy Holly, James Burton, Duane Eddy. Das waren meine ersten Einflüsse. Als ich mich dem Blues zuwandte, hat mich zunächst Hubert Sumlin stark beeindruckt. Muddy Waters, Jimmy Rogers, Luther Tucker, Robert Jr. Lockwood kamen hinzu, ebenso wie B.B. King, Elmore James, Freddie King. Ich kann gar nicht alle Namen nennen, die zu dieser Liste gehören. Als Sänger prägten mich unter anderem Big Joe Turner und Louis Jordan, vor allem R’n’B-Sänger, ebenso aber T-Bone Walker, von dem ich einiges an Phrasierung gelernt habe. Billie Holiday, Jimmy Rushing, Jimmy Witherspoon.

Ist das Interesse an Blues von seiten der Plattenfirmen groß?
Nun, zunächst muß man festhalten, daß eine ganze Reihe Blueslabels am Markt sind. Aber es gibt auch eine enorme Zahl an Musikern, die Blues spielen und natürlich ebenfalls Platten einspielen möchten. Es kann somit aufgrund der hohen Konkurrenz schon schwierig werden, einen Plattenvertrag zu erhalten. Aber trotzdem schaffen es erfreulicherweise immer wieder neue, junge Bluesmusiker.

Hat der Blues eine spezielle Philosophie?
Die Grundphilosophie des Blues liegt darin, von deinen Gefühlen, deinen Problemen zu erzählen. Mit dem Blues versuchst du auch, Dinge zu verbessern. Tradition spielt eine große Rolle. Es ist wichtig, daß Bluesmusiker auch weiterhin auf die traditionellen Sounds des Blues reflektieren. Gleichzeitig lebt der Blues aber davon, daß ihm auch neue Elemente hinzugefügt werden. Würden nur die althergebrachten Schemata reproduziert, würde der Blues letztlich sterben. Im Blues brauchst du Respekt vor dem Erbe, aber auch den Willen zur Weiterentwicklung. Vielleicht ist gerade auch das ein Teil seiner Philosophie.

Interview & Fotos: Dietmar Hoscher

Kurzbiographie

Mit 55 Jahren und seinem neuen Album “ Living with the blues“ steht Michael „Duke“ Robillard im Zenit seines Könnens. Egal ob Jazz, Rock, Funk, 50er-Chicago-Blues oder Slowblues: Robillard ist unbestritten einer der handwerklich fähigsten Gitarristen der Gegenwart.

Schon als 6-Jähriger begeisterte er sich für die Rock’n’Roll-Songs, die damals im Radio gespielt wurden. Chuck Berry, Little Richard und Buddy Holly beeindruckten ihn und Duke war fest entschlossen, Musiker zu werden. Doch erst als Teenager bekam er seine erste Gitarre und im Jahr 1967 gründet er mit dem Pianisten AI Copley seine erste Band: Roomful of Blues, die heute noch erfolgreiche R&B-Combo.

Nach 13 Jahren bei „Roomful“ überließ Duke seinen Platz Ronnie Earl. Robillard spielte einige Zeit mit der Legendary Bluesband und stieg 1990 bei den Fabulous Thunderbirds ein, wodurch er einem größeren Publikum bekannt wurde.

Bob Dylan, Jay McShann, Jimmy Witherspoon u.v.a. nahmen nun seine Gitarrenkünste in Anspruch. Duke gewann in den Jahren 2000 und 2001 den W.C. Handy Award als „Best Blues Guitarist“.

Inzwischen betreibt er ein eigenes Tonstudio, hat zahlreiche Einsätze als Session-Gitarrist und tourt regelmäßig mit seiner eigenen Band und gibt bis zu 200 Konzerte im Jahr.

The line up:
  • Duke Robillard – voc/guit
  • Alex Schultz – guit
  • Bruce Bears – piano/organ/voc
  • Brad Hallen – bass
  • Mark Teixeira – drums

Videos:

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