Tag des Denkmals

13.09.2009

Tag des Denkmals

Datum: 13.09.2009

Kategorie: Konzert

Konzertdetails:

Musiktheater Piano
Lütgendortmunder Straße 43 Dortmund DE-NW 44388 DE
  • Datum
    13.09.2009
  • Einlass / Beginn
    19:00 Uhr / 11:00 Uhr
  • Tickets
  • n/a

Konzertinformation:

Ab 11.oo Uhr musikalischer Frühshoppen mit der Wohnzimmer Band
www.wohnzimmerband.de

Denkmal des Monats September 2009

Denkmalgeschütztes Gasthaus lockt mit Jugendstil und Rockkonzerten

Vor mehr als 100 Jahren duftete es hier nach frischen Brötchen, jetzt kocht die Stimmung bei Rockkonzerten. Das einstige Gasthaus Zum Deutschen Haus in der Lütgendortmunder Straße 43 beherbergt heute das Musiktheater Piano. Von Außen wirkt das Gebäude wie ein typisches Gasthaus des frühen 20. Jahrhunderts. Im Inneren erwarten den Besucher jedoch beeindruckende Räume im Jugendstil – einem Baustil, der in Dortmund nur noch selten anzutreffen ist. Das Gebäude begeistert offensichtlich nicht nur Denkmalpfleger. Aktuell nimmt eine Schulklasse des Fritz-Henßler-Berufskollegs die (Bau-)Geschichte des Anwesens genau unter die Lupe. Anlass für die Denkmalbehörde, dieses bemerkenswerte Gebäude als Denkmal des Monats vorzustellen.

Fassaden geben Rätsel auf
Nähert man sich dem Piano über die Lütgendortmunder Straße, fällt das außergewöhnlich große Volumen des Gebäudes unmittelbar auf. Flächige Dekorationen in den geschwungenen Formen des Jugendstils lassen prompt vermuten, dass das Gebäude im frühen 20. Jahrhundert gebaut wurde. Auf den zweiten Blick irritieren jedoch die ungewöhnliche Gliederung des Gebäudes und ein paar Fassadendetails, die offensichtlich älter sind. Einen ersten Hinweis, wie diese Ungereimtheiten zusammenhängen könnten, gibt eine Inschrift über dem Hoftor: 1873. Wilh. Roggenkämper. 1903. Offensichtlich ist das Gasthaus Zum Deutschen Haus nicht in einem Guss entstanden.

Anfänge als Bäckerei und Gasthaus
Bereits 1873 war der östliche Teil des heutigen Baudenkmals als Bäckerei und Gasthaus Zum deutschen Haus mit dem klassizistischen Giebel errichtet worden. 30 Jahre später lohnte sich eine Vergrößerung der florierenden Gastwirtschaft. Die Bäckerei wurde aufgegeben, das Gasthaus stark erweitert, der Schmuck der Altbaufassade an den Neubau angepasst. Ein neuer großer Saal mit Bühne und Balkon bot Platz für alle möglichen Darbietungen bei Familien- und Vereinsfeiern.

Erst Studentenwohnheim, dann Musiktheater
Ende der 1950er Jahren ging die Nachfrage im Gastbetrieb zurück. Viele Menschen verbrachten immer mehr Abende zu Hause, nachdem das Fernsehen Einzug in das alltägliche Leben genommen hatte. In den 1970er Jahren nutzte man deshalb einen Teil des Anwesens als Studentenwohnheim. Erst die heutigen Betreiber – darunter die Enkelin des einstigen Bauherrn – haben den prachtvollen Jugendstil-Saal aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Als Ort für Musikveranstaltungen, besonders der Jazz- und Rockszene, ist das Piano inzwischen weit über Dortmund hinaus bekannt und beliebt.

Ein Juwel des Jugendstils
Die Gasträume und insbesondere der große Saal machen viele Besucher beim ersten Anblick sprachlos: Labyrinthartig verschachteln sich Gastraum, großer Saal, Billardraum, Wintergarten und weitere Räume ineinander. Holzvertäfelungen, Türen und Fenster, Stuckfriese, Bühnenfassung, Saalbalkon, selbst die Durchreiche und ein Teil der Tische und Stühle stammen noch aus der Zeit des Um- und Neubaus 1903 – ein Juwel des Jugendstils in Lütgendortmund.
Diese Begeisterung ergriff auch Lehrer des Fritz-Henßler-Berufskollegs, die daraufhin ein Schulprojekt für angehende bautechnische Assistenten initiierten. Im Archiv und vor Ort gehen die Schülerinnen und Schüler aktuell der Geschichte des Baudenkmals auf die Spur. Erste Ergebnisse werden am diesjährigen Tag des offenen Denkmals (13.09.2009) von der Schulklasse vor Ort präsentiert. Die Betreiber freuen sich über das Interesse an ihren außergewöhnlichen Räumen und laden am Denkmaltag zum musikalischen Frühschoppen. Weitere Informationen finden Sie unter www.denkmalbehoerde.dortmund.de unter Tag des offenen Denkmals.